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EU-Steuertabelle 2026 · Pillar Two implementiert

Körperschaftsteuer in Europa 2026: vollständige Übersicht

Mit der Pillar-Two-Implementation in der EU seit 01.01.2024 und den Reformen in Estland (22/78) und Zypern (15 % ab 01/2026) hat sich die EU-KSt-Landschaft strukturell verschoben. Diese Tabelle zeigt alle EU-Sätze mit lokalen Aufschlägen und Effektivbelastung für Mittelstand-Unternehmer 2026.

1. EU-Körperschaftsteuer 2026: alle Länder im Überblick

Die folgende Tabelle vergleicht die nominale und effektive Körperschaftsteuer für alle 27 EU-Mitgliedstaaten plus Schweiz und Norwegen mit Stand April 2026, einschließlich Pillar-Two-Status.

LandKSt nominal 2026Lokale AufschlägeEffektivReinvestiertPillar Two
Lettland20 %Keine0 % thes / 25 % dist0 %Implementiert
Estland22 %Keine0 % thes / 28,2 % dist0 %Implementiert
Ungarn9 %Iparűzési adó (~2 %)11 %11 %Implementiert
Bulgarien10 %Keine10 %10 %Implementiert
Irland12,5 %Keine12,5 %12,5 %Implementiert
Litauen16 %Keine16 % / 5 % Mikro16 %Implementiert
Zypern15 % (ab 01/2026)Keine15 %15 %Implementiert
Polen19 % (9 % Klein.)Keine19 %19 %Implementiert
Tschechien21 %Keine21 %21 %Implementiert
Slowakei21 %Keine21 %21 %Implementiert
Niederlande19 % / 25,8 %Keine19/25,8 %19/25,8 %Implementiert
Luxemburg16,75 %Solidaritätszuschlag (~1 %)17,69 %17,69 %Implementiert
Belgien25 %Keine25 %25 %Implementiert
Frankreich25 %Keine25 %25 %Implementiert
Deutschland15 %Soli 5,5 % + GewSt 14 % (Hebesatz 400)29,825 %29,825 %Implementiert
Italien24 %IRAP 3,9 %27,9 %27,9 %Implementiert
Spanien25 %Keine25 %25 %Implementiert
Schweden20,6 %Keine20,6 %20,6 %Implementiert
Finnland20 %Keine20 %20 %Implementiert
Dänemark22 %Keine22 %22 %Implementiert
Malta35 %Keine (6/7-Refund)5 % effektiv5 %Implementiert
Portugal21 %Derrama 1,5 %22,5 %22,5 %Implementiert

Quelle: Rödl Tax Tables 2026, EU Taxes in Europe Database, EY Worldwide Corporate Tax Guide. Stand: April 2026.

2. Wer ist von Pillar Two betroffen?

Pillar Two ist die OECD-Regelung für eine globale Mindestkörperschaftsteuer von 15 Prozent. Sie greift für MNE-Konzerne mit globalem Umsatz ab 750 Mio EUR. EU-Implementation ist seit dem 1. Januar 2024 verpflichtend.

Konkrete Auswirkungen 2026:

  • Mittelstand unter 750 Mio EUR Umsatz: nicht betroffen. Lettland 0 Prozent, Bulgarien 10 Prozent, Estland 0 Prozent reinvestiert bleiben unverändert.
  • Konzerne über 750 Mio EUR Umsatz: müssen eine DMTT (Domestic Minimum Top-up Tax) zahlen, wenn die effektive Belastung unter 15 Prozent liegt. Lettland und Estland haben das implementiert.
  • Zypern hat preventiv reagiert und die KSt zum 01.01.2026 von 12,5 auf 15 Prozent erhöht, um Pillar Two strukturell zu erfüllen.

Für DACH-Mittelstand-Unternehmer zwischen 200.000 und 50.000.000 EUR Umsatz ändert Pillar Two also faktisch nichts. Wer eine SIA in Lettland strukturiert, profitiert weiterhin vom 0/20-Regime auf reinvestierten Gewinnen.

3. Effektive Belastung: nominal vs real

Die nominalen Sätze sind nicht das ganze Bild. Mehrere Länder haben Effektivsätze, die deutlich vom Nominalsatz abweichen:

  • Deutschland: nominal 15 % KSt + 5,5 % Soli + 14 % GewSt (Hebesatz 400) = effektiv 29,825 %. Plus 26,375 % Abgeltungsteuer auf Distribution = effektiv 48,3 % auf den Anteilseigner.
  • Malta: nominal 35 %, aber 6/7-Refund-System für Anteilseigner = effektiv 5 %. Allerdings: hohes Substanzgebot, langes Verfahren, Pillar-Two-Risiko.
  • Lettland und Estland: nominal je nach Distribution 20 oder 22 %, aber 0 % auf reinvestierte Gewinne. Wer 80 % der Gewinne reinvestiert, hat effektive Belastung von 4-5 %.
  • Italien: 24 % IRES + 3,9 % IRAP = 27,9 %. IRAP gilt aber regional unterschiedlich (Hochregionen wie Lombardei +1 %).
  • Luxemburg: 16,75 % KSt + 1 % Solidaritätszuschlag = 17,69 %. Für Holdings oft niedriger durch Beteiligungsregelung.

Die einfache Mathematik des Nominalsatzes greift in keinem Land. Wer entscheiden will, braucht ein Modell mit (a) reinvestiertem vs distribuiertem Gewinn-Anteil, (b) lokalen Aufschlägen, (c) Personalsteuer auf Anteilseigner-Gehälter, (d) Wegzugsbesteuerung-Implikationen.

4. Lettland im EU-Ranking: warum 0 Prozent das stärkste Argument bleibt

Wenn man die EU-Tabelle mit Mittelstand-Augen liest, sind die Spitzenkandidaten:

  1. Lettland und Estland für reinvestierte Gewinne (0 % thesauriert). Lettland mit Stabilitätsvorsprung.
  2. Bulgarien und Ungarn für distribuierte Gewinne (10-11 %). Reputations- und Banking-Risiken.
  3. Irland für US-fokussierte Geschäftsmodelle (12,5 %). Hohe Substanzkosten.
  4. Litauen für Mikrounternehmen unter 300.000 EUR (5 %). Begrenzt skalierbar.

Mit der EU-Mitgliedschaft, Mutter-Tochter-Richtlinie 0 % WHT, NATO-Schutz, Banking-Standardisierung und Stabilität seit 2018 ist Lettland 2026 die effizienteste Wahl für 70 Prozent der DACH-Mittelständler. Die anderen 30 Prozent sollten Niederlande (für VC-Funding), Irland (für US-Geschäft) oder Zypern (für Non-Dom-Privatperson) ernsthaft prüfen.

5. Häufige Fragen

Welche EU-Länder haben die niedrigste Körperschaftsteuer 2026?

Nominal die niedrigsten: Bulgarien 10 Prozent, Ungarn 9 Prozent (mit lokalen Iparűzési adó-Aufschlägen), Irland 12,5 Prozent. Effektiv die niedrigsten für reinvestierte Gewinne: Lettland und Estland mit 0 Prozent. Im Effektivvergleich für Distribution: Lettland 25 Prozent, Estland 28,2 Prozent (22/78), Malta 5 Prozent (durch 6/7-Refund-System).

Wie hoch ist die deutsche Körperschaftsteuer effektiv?

Nominal 15 Prozent KSt + 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf KSt + Gewerbesteuer mit durchschnittlichem Hebesatz 400 Prozent (entspricht 14 Prozent). Effektive Belastung GmbH: rund 29,825 Prozent. Bei Distribution kommt für Privatperson 26,375 Prozent Abgeltungsteuer hinzu, effektiv für Anteilseigner: 48,3 Prozent.

Was ist Pillar Two und welche Länder sind betroffen?

Pillar Two ist die OECD-Mindestkörperschaftsteuer von 15 Prozent für MNE-Konzerne ab 750 Mio EUR globalem Umsatz. EU-Implementation seit 01.01.2024 verpflichtend. Mittelstand unter 750 Mio EUR Umsatz ist nicht betroffen. Niedrigsteuerländer wie Bulgarien (10 %) müssen für betroffene Konzerne eine DMTT-Top-up-Tax erheben.

Welches Land hat die höchste Körperschaftsteuer 2026?

Malta nominal mit 35 Prozent, allerdings effektiv 5 Prozent durch das 6/7-Refund-System. Frankreich nominal 25 Prozent. Deutschland mit Gewerbesteuer effektiv 29,825 Prozent, je nach Hebesatz bis 33 Prozent. Italien 27,9 Prozent (IRES + IRAP). Belgien 25 Prozent.

Was ändert sich 2026 in Zypern?

Zypern hat zum 1. Januar 2026 die Körperschaftsteuer von 12,5 auf 15 Prozent erhöht, im Rahmen der OECD-Pillar-Two-Implementation. Das Non-Dom-Regime für Privatpersonen (0 % Dividendensteuer) bleibt unverändert. Die Erhöhung positioniert Zypern weniger attraktiv vs Lettland (0 % thesauriert) und Irland (12,5 % unchanged).

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Hinweis nach §3 StBerG. Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts- oder Steuerberatung im Sinne des deutschen Steuerberatungsgesetzes (StBerG) dar. Balt Partners SIA ist eine in Lettland ansässige Gesellschaft und erbringt Dienstleistungen im Bereich Unternehmensgründung und operative Compliance lettischer Kapitalgesellschaften. Für eine auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene Beurteilung konsultieren Sie bitte einen in Deutschland zugelassenen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Stand der Informationen: April 2026.